In Trier-West soll ein neues Verkehrskonzept gegen den Masterplan Trier-West entwickelt werden, während die Stadt sich von einem Investor über den Tisch ziehen ließ, verkaufte sie den neuen Bebauungsplan als alternativlos. Katrin Werner bezeichnete den Bebauungsplan und das daraus resultierende Verkehrsgutachten als Flickschusterei, da der neue Bebauungsplan kein stringentes Verkehrskonzept enthalte.
„Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
sehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrte Ratsmitglieder der demokratischen Parteien und demokratischen Wählervereinigung,
kein Stadtteil in Trier hat soviel Planung erfahren wie Trier-West, jedoch hat der Stadtteil keine durchgängige und konsequente Durchführung dieser Planung erlebt. Der vorgelegte Antrag setzt sich zum Ziel, Planungsvarianten zu bewerten, die das Verkehrsaufkommen in Trier-West reduzieren sollen. Dabei wird die Planungsvariante 3a vorgeschlagen, die beinhaltet, dass zwei neue Straßen gebaut werden. Eine von diesen zwei neuen Verbindungsstraßen ist verkehrsberuhigt geplant, um ein neues Wohngebiet aufzuwerten. Für uns ergeben sich daraus zwei massive Probleme:
1. Das Ziel der Entlastung sehen wir nicht dadurch nicht erreicht. Eher sehen wir es so kommen, dass an anderer Stelle (z.B. in Pallien) keine Entlastung, sondern eine höhere Verkehrsbelastung kommen wird. Je mehr Straßen gebaut werden, desto mehr Möglichkeiten der Verkehrsnutzung ergeben sich.
2. Es soll drei Straßen in Trier-West geben: eine verkehrsberuhigt, zwei befahren. Das ist unfair und unsozial, denjenigen Bewohnerinnen und Bewohnern in Trier- West gegenüber, die nicht in der verkehrsberuhigten Straße wohnen.
Der vorliegende Antrag ist kein vollständiges Verkehrskonzept, wie es sich die LINKSFRAKTION vorstellt. Das Verkehrskonzept für Trier-West sollte ganzheitlich, ökologisch sinnvoll und für jede Bewohnerin und jeden Bewohner nutzbar sein, und keine Flickschusterei. Daher setzen wir uns dafür ein, dass es ein ganzheitliches Konzept gibt, welches das Verkehrsproblem in Trier West durch die Reaktivierung der Bahntrasse löst. So entsteht ein ökologisch sinnvolles, sozial ausgestaltetes Mobilitätsangebot, wodurch auch die Anzahl der Fahrzeuge, die pro Tag Trier-West durchfahren, gesenkt werden würde. Ein vollständiges Verkehrskonzept muss eine Entlastung für alle verkehrspolitischen Schwierigkeiten in Trier-West beinhalten.
Die Mitglieder unserer Stadtratsfraktion haben es sich nicht einfach gemacht. Das Bedürfnis nach Entwicklung des Stadtteils auf der einen Seite und das Fehlen eines vollständigen Verkehrskonzeptes auf der anderen Seite haben zu unterschiedlicher Meinungsbildung geführt, was sich im Abstimmungsverhalten auch ausdrücken wird. Die grundsätzliche Notwendigkeit eines stimmigen und ökologischen Verkehrskonzeptes wird von Linde Andersen und mir ohne Einschränkungen geteilt.
Die Frage ist nur, wie wurde dieses vorliegende Konzept seitens der Stadt kommuniziert? Die Verkehrskonzepte die jetzt vorliegen, wurden als alternativlos dargestellt. Nach dem Motto: „Wenn ihr das nicht nehmt, springt der Investor ab und habt ihr nichts!“ Es scheint so, als habe sich die Stadt über den Tisch ziehen lassen, und versuchte nun mit Druck dieses Konzept durchzusetzen. Viele haben sich aufgrund dessen im Vorfeld im Ausschuss Dezernat IV und im Ortsbeirat Trier-West für den Planungsentwurf 3a entschieden. Daher wird es bei uns ein Ja und ein Nein zur Bewertung dieser Planungsvarianten geben. DIE LINKSFRAKTION will weiterhin ein vollständiges Verkehrskonzept für die Stadt Trier und Trier-West mit Re-Aktivierung der Schiene.