16. August 2017 Katrin Werner, MdB

Abschiebung zerreißt weitere Familie

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„Die unmenschliche Abschiebepraxis des Landes Rheinland-Pfalz wird trotz zahlreicher Proteste fortgesetzt. Im jüngsten Fall blieb der 16-jährige Luan R. alleine in Badem in Rheinland-Pfalz zurück, während seine Mutter und sein 10-jähriger Bruder Diar mitten in der Nacht abgeholt und in den Kosovo abgeschoben wurden. Der Vater von Luan und Diar ist vor wenigen Monaten gestorben. Eine Familie, die Luan, Diar und ihre Mutter begleitete, ist glücklicherweise als Pflegefamilie eingesprungen. Diese Hilfsbereitschaft ist großartig und bewundernswert“, sagt die rheinland-pfälzische Bundestagsabgeordnete der LINKEN Katrin Werner.

Werner weiter: „Schon frühere Fälle, wie der der Familie Memedov aus Saarburg haben gezeigt, dass bei den Abschiebungen keinerlei Rücksicht genommen wird. Nach dem Tod des Vaters und der Ausreise der älteren Schwester reißt die Ausländerbehörde die Familie nun gänzlich auseinander. Luan soll, nach Ansicht der Behörde, alt genug sein, um alleine in Deutschland zu bleiben, zugleich ist das Jugendamt für ihn zuständig. Das ist zynisch. Er ist minderjährig, also sollte die Familie bei ihm bleiben können. Seinen minderjährigen Bruder kann die Ausländerbehörde offenbar bedenkenlos abschieben.“ Katharina Penkert, Kandidatin der LINKEN zur Bundestagswahl im Wahlkreis 202, ergänzt: „Die Abschiebungen, insbesondere von Familien mit Kindern und von Jugendlichen müssen aufhören. Es darf nicht sein, dass ein Jugendlicher allein bleibt und nur durch Glück eine Pflegefamilie hat. Meine Forderung ist Bleiberecht für alle, denn kein Mensch verlässt ohne Grund sein Zuhause. Das menschenunwürdige Vorgehen der Behörden ist nicht hinnehmbar, weder das nächtliche, überfallartige Auftreten, noch das Auseinanderreißen von Familien.“