23. Januar 2017 Katrin Werner, MdB

Grundschulen vor dem Aus!

delater/pixelio.de

Im Zuge des Abbaus von rund 310 Lehrerstellen bereitet das Bildungsministerium nun für 83 Schulen mit weniger als 50 Schüler*Innen aus Kostengründen eine Überprüfung vor. Die Bundestagsabgeordnete Katrin Werner befürchtet eine Schulschließungswelle: „Besonders werden Grundschulen in strukturschwachen Flächenregionen betroffen sein.“

Eigentlich sieht das Schulgesetz vor, dass es in jeder Grundschule für jede der vier Klassenstufen mindestens eine Klasse geben soll. Über Ausnahmen entscheiden sollen die für den 31. Januar angekündigten „Leitlinien für ein wohnortnahes Grundschulangebot“. Diese sollen zum einen dafür sorgen, dass dem Grundsatz „Kurze Beine, kurze Wege“ Rechnung getragen wird und zum anderen sollen sie die Wirtschaftlichkeit kleinerer Schulen sicherstellen.

Betroffen von der Überprüfung sind im gesamten Landesgebiet rund 83 Grundschulen mit weniger als 50 Schüler*innen. Besonders kritisiert werden die kleinen Schulen vor allem vom Landesrechnungshof. Doch während das Land die Unterrichtsversorgung als ausreichend bezeichnet, stöhnen Schulen im ganzen Land über Personalmangel und steigende Arbeitsbelastung.

„Hinter dieser Zentralisierungsmaßnahme von Grundschulen steckt mal wieder eine verschleierte Kürzung im Bildungsbereich“, stellt die linke Politikerin Werner fest. „Dabei werden weder die zukünftig zunehmenden Schülerzahlen, durch Zuwanderung und steigende Geburtenraten, berücksichtigt, noch die besonderen Bedürfnisse des ländlichen Raums. Hier wären Schulschließungen mit viel längeren Wegen und einem fortschreitenden Strukturverlust verbunden. Wirtschaftlichkeit darf niemals über dem Menschen stehen. Daher spreche ich mich entschieden gegen die geplanten Schulschließungen aus.“