22. November 2017 Katrin Werner, MdB

Neue Stellen, aber zu welchem Preis?

„Ich begrüße die Schaffung von 1.000 bis 2.000 neuen Arbeitsplätzen in Frankenthal, frage mich aber, zu welchen Bedingungen Amazon diese schafft“, sagt Katrin Werner, Landesvorsitzende der LINKEN Rheinland-Pfalz.

Werner weiter: „Amazon steht zurecht als Lohndrücker der Branche in der Kritik. Der Konzern verweigert bislang, allen Protesten und Streiks zum Trotz, eine Bezahlung nach dem branchenüblichen Tarif. Die Erfolge in der jüngsten Tarifrunde des Einzelhandels werden von Amazon konsequent ignoriert. Stattdessen wird nach dem Tarifvertrag der Logistik-Branche bezahlt, der niedrigere Löhne vorsieht. Ich begrüße ausdrücklich den Einsatz der Kolleginnen und Kollegen von ver.di, die seit Jahren an vielen Standorten Druck auf den Online-Giganten ausüben. Als gelernte Kauffrau im Einzelhandel macht mir auch die Bedrohung des Einzelhandels vor Ort große Sorgen. Neue Arbeitsplätze sind gut und wichtig, aber nicht zu jedem Preis. Es muss gesichert werden, dass diese Arbeitsplätze anständig entlohnt sind und den Beschäftigten Planungssicherheit in ihrem Leben ermöglichen. Zugleich muss es kleinen Unternehmen im Einzelhandel möglich sein, sich gegen die Konkurrenz zu behaupten.“