6. Februar 2017 Katrin Werner, MdB

Patienten sollen jetzt auch in der Notaufnahme zur Kasse gebeten werden

Dieter Schütz / pixelio.de

Angesichts des hohen Patientenaufkommens in rheinland-pfälzischen Kliniken fordert die Kassenärztliche Vereinigung (KV) des Landes, dass Patienten, die keine akuten Beschwerden haben, beim Besuch der Notaufnahme bezahlen sollen. „Eine solche Maßnahme würde wieder einmal die Falschen treffen. Außerdem würde sie die Situation nicht wesentlich verbessern, da die Überlastung der Kliniken ganz andere Gründe hat“, warnt die Trierer Bundestagsabgeordnete Katrin Werner.

Die Krankenhäuser in Rheinland-Pfalz platzen aus allen Nähten. Besonders betroffen sind hierbei die Notaufnahmen. Um überfüllten Wartezimmern und nörgelnden Patienten entgegenzuwirken, möchte die KV nun die Patienten zur Kasse bitten. Von dieser Maßnahme versprechen sich die Verantwortlichen, dass das sich Menschen mit leichten Beschwerden eher an die Bereitschaftspraxen niedergelassener Ärzte wenden. Jedoch geht dieser Vorschlag nicht auf die Ursachen ein. So befinden sich die Kliniken im Land bereits seit Jahren im Ausnahmezustand. Gründe hierfür sind die zunehmende Zentralisierung und die damit verbundene Schließung vieler Kliniken sowie räumliche und personelle Überforderung der verbleibenden Kliniken. Auch leidet gerade der ländliche Raum unter einem erheblichen Ärztemangel. Das führt unweigerlich zu längeren Anfahrtswegen und längeren Wartezeiten auf Termine. Gerade für ältere Menschen ist die Klinik besser erreichbar und bietet umfangreichere Versorgungsmöglichkeiten.

„Der Vorschlag der KV ist vollkommen inakzeptabel, weil er nicht auf die Ursachen eingeht, sondern lediglich darauf abzielt Patienten abzuschrecken“, empört sich die Abgeordnete der LINKEN. „Was sowohl den Kliniken, als auch den Patienten wirklich helfen würde, sind keine zusätzlichen Gebühren, sondern genügend Fachpersonal, wohnortnahe medizinische Einrichtungen und ein Anreiz für Ärzte sich auch auf dem Land niederzulassen.“