Ausstieg in Fahrtrichtung LINKS
Eine Arbeit der Praktikantin im Wahlkreisbüro in Trier
Im Zuge einer Potentialuntersuchung der Stadtwerke Trier Verkehrs GmbH, welche das Ziel hatte Maßnahmen zur Verbesserung des Bus- und Bahnverkehrs zu finden, kamen folgende Ergebnisse zu Tage:
- Die Nachfrage an MIV(= Motorisierter Individualverkehr; Kraftfahrzeuge zur individuellen Nutzung wie PKW/Motorrad werden als MIV bezeichnet) und ÖPNV(= Öffentlicher Personalverkehr) ist abhängig von der Reisezeit. Kurze und spontane Strecken werden eher vom ÖPNV besetzt, als Fahrten, die längere Planungszeit in Anspruch nehmen.
- Die Nutzung des ÖPNV ist bei längeren Reisezeiten stark abnehmend, unabhängig, ob Direktlinien und Umsteigemöglichkeiten usw. zur Verfügung stehen.
- Bei langen Strecken geht die Nutzung des ÖPNV stark zurück. Die Ursache liegt hierbei klar daran, dass der MIV eine vermeintlich flexiblere und anpassungsfähigere Möglichkeit zum Reisen bietet.
Hier lässt sich also klar ein großes Defizit im Bereich des ÖPNVs erkennen. Strecken die eine längere Reisezeit in Anspruch nehmen werden nicht länger ausreichend vom ÖPNV abgedeckt.
Der ÖPNV ist stark bei den Verbindungen zur Universität. Hierfür gibt es auch plausible Gründe:
- Studierende nutzen den ÖPNV, um schnell und bequem zur Universität zu gelangen.
- Es ist die optimalste Alternative, wenn man nicht die finanziellen Mittel aufbringen kann, um sich ein Auto zu zulegen und sich somit in den MIV einzugliedern.
- Durch die Zahlung eines Sozialbeitrages an die Universität Trier ist es Studierende zudem erlaubt den ÖPNV kostenlos zu nutzen.
Aus dieser Erfahrung hat man in einigen Städten, beispielsweise Berlin, das Sozialticket eingeführt. Dieses gestattet den ÖPNV kostenlos zu nutzen. Damit soll nicht nur erreicht werden, dass der öffentliche Personalverkehr attraktiver wird, sondern auch umweltpolitische Aspekte werden damit angesprochen.
Dazu erklärt Katrin Werner (MdB): „Wenn mehr Menschen dazu bereit sind, den ÖPNV zu nutzen, kommt dies auch unserer Umwelt zu Gute, da sie weniger belastet wird. Zudem soll das Sozialticket dazu dienen, finanziell benachteiligten Menschen die Chance zu geben, mobil zu bleiben.“
Um dieser Vernachlässigung des öffentlichen Personalverkehrs entgegen zu wirken, umfasst die Verkehrspolitik der LINKEN unter anderem ein Vorrecht des ÖPNVs und des Radverkehrs.
Ziel ist es: Vorteile des motorisierten Individualverkehrs zu reduzieren und gleichzeitig attraktive verkehrsrelevante Alternativen im ÖPNV zu schaffen.
Katrin Werner: „Die gravierenden Probleme sieht DIE LINKE im Bereich der Verkehrspolitik beispielsweise bei dem kontinuierlichen Verfall der Rahmenbedingungen für den ÖPNV, durch wiederholte Preiserhöhungen. Aber auch die Kürzung der Regionalisierungsmittel, die den Erhalt und Ausbau der öffentlichen Verkehrsleistungen für den Bedarf der Bevölkerung abdecken sollen, sind wichtige Faktoren. Jedoch spielt auch die Erhebung der Elternbeiträge für die Schülerbeförderung eine erhebliche Rolle.“
So ergibt sich ein immenser Rückgang der Fahrgastzahlen allein bei den Schülern im ÖPNV, wodurch ein Einnahmeverlust für Verkehrsunternehmen die Folge ist. Daraus resultiert schließlich ein deutlicher Anstieg des Autoverkehrs, der auf Dauer zu sinkender Verkehrssicherheit führt.
Auch die Radwege sind zunehmend betroffen und werfen einige kritische Punkte auf. Es lässt sich ein unzureichender Fortschritt beim Radwegebau in Trier feststellen und auch die Vervollständigung des Radwegenetzes zeigt starke Mängel.
Katrin Werner: „Dadurch ergibt es sich, dass das Auto bevorzugt wird, weil in dieser Hinsicht sicher gestellt ist, seine dafür gewählten Strecken auch befahren zu können, obwohl man vielleicht bereit wäre, das Rad zu nutzen. Letztendlich bringt dies auch wieder umweltschädigende Folgen mit sich.“
Um dem entgegen zu wirken, soll ein Radwegekonzept erarbeitet werden. Bürgerinnen und Bürger der Stadt Trier sollen daran beteiligt werden, Radwege zu planen. Schwerpunkt ist die Erarbeitung von Vorschlägen und Maßnahmen für ein lückenloses Wegenetz.
Verkehrsverringerung und Verkehrsvermeidung sind wichtige Bestandteile einer nachhaltigen Verkehrspolitik.
- So muss die Stärkung des ÖPNVs einen ausschlaggebenden Schwerpunkt ausmachen. Ebenso wie die Vermeidung von Parallelverkehren – also einem gleichzeitigen Angebot einer Verbindung durch mehrere Verkehrsunternehmen.
- Eine Schaffung von Raum sparenden Verkehrsstrukturen und regionalen Wertschöpfungsketten beansprucht daher hohe Priorität.
- Katrin Werner: „Eine nahtlose Anbindung unter den Linien mit genügend Möglichkeiten zum Umstieg und Weiteranbindung muss garantiert werden.“
Zudem wird eine Kostenwahrheit im Verkehr angestrebt:
- Eine bislange Nichteinbeziehung der Umweltkosten widerspricht nicht nur dem Verursacherprinzip, sondern sie benachteiligt vor allem die umweltfreundlichen Verkehrsträger.
- Die Kosten für Umweltauswirkungen sollen dem Verursacher angelastet werden.
Zusammengefasst fordert DIE LINKE.:
Ein erheblicher Ausbau des ÖPNVs. Beispielswiese muss eine einheitliche und klare Regelung bei Angebotspreisen angestrebt werden. Mehrfachangebote einer Verbindung von unterschiedlichen Unternehmen müssen vollständig vermieden werden, um letztlich auch Verbrauchern und Nutzern wieder Vorteile zu gewähren.