Das Sparpaket des Bistum Trier
Nicht nur die Sparbeschlüsse der Bundesregierung zeigen, dass es beim Sparen immer die Schwächsten trifft.Die jüngsten Einsparungen des Bistums Trier sehen Kürzungen vor allem im Bereich der Bildungs-und Jugendarbeit vor.
Nicht nur die Sparbeschlüsse der Bundesregierung zeigen, dass es beim Sparen immer die
Schwächsten trifft. Die jüngsten Einsparungen des Bistums Trier sehen Kürzungen vor allem im
Bereich der Bildungs-und Jugendarbeit vor. Damit werden junge Menschen von der katholischen
Kirche nicht nur in der Prioritätenliste hinten angestellt, sondern die Kirche gibt zugleich auch ihr
„Projekt Zukunft“ auf.
Im gemeinsamen Sozialwort der Kirchen in Deutschland (EKD und DBK) „Für eine Zukunft in
Solidarität und Gerechtigkeit“ schreiben sie: „Die Solidarität bezieht sich nicht nur auf die
gegenwärtige Generation; sie schließt die Verantwortung für die kommenden Generationen ein.
Die gegenwärtige Generation darf nicht auf Kosten der Kinder und Kindeskinder wirtschaften
[…].“ (Art. 122)
Die Einsparungen nimmt das Bistum in erster Linie bei den Jugendverbänden vor. In Zukunft
sollen keine hauptamtlichen Mitarbeiter mehr eingestellt werden. Damit würde die gesamte
Jugendarbeit im Bistum Trier wegbrechen.
Damit verstößt das Bistum Trier gegen zwei Prinzipien der eigenen Soziallehre: Es verstößt
gegen das Prinzip der Solidarität. Gerade die Jugendarbeit braucht Unterstützung und einen
Rückhalt in allen Institutionen. In Zeiten steigender Jugendarbeitslosigkeit bedarf es der
verstärkten Unterstützung der Bildungs-und Jugendarbeit.
Gleichzeitig verstößt das Bistum auch gegen das Prinzip der Nachhaltigkeit: Es darf nicht auf
Kosten der jungen Generation gespart werden! Deshalb unterstütze ich auch die Protestaktion der
kirchlichen Jugendbündnisse, die dem Bistum ein „kollektives Sterben“ der Jugendarbeit
vorwerfen.
Die Kirchen in Deutschland treten oft als Verfechter der sozialen Rechte ein, wenn sie weiterhin
eine glaubhafte Stimme sein wollen, müssen sie ihre Forderungen auch auf die eigene
Kirchenpolitik anwenden.
Eine Kürzung in der Jugendarbeit ist unverantwortlich! Den Jugendverbänden spreche ich meine
uneingeschränkte Solidarität aus und hoffe, dass ihre Proteste erfolgreich sind.
Katrin Werner (Mitglied des Bundestages)
Berlin: Platz der Republik 1, 11011 Berlin, Telefon 030 227-74335, Fax 030 227-76337
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