Kinder brauchen elterliche Fürsorge
Die Parlamentarische Versammlung des Europarats hat sich am Donnerstag in der Entschließung 12345 mit dem Schicksal von Kindern ohne elterliche Fürsorge auseinandergesetzt. Dazu erklärt Katrin Werner, Mitglied des Bundestages und Vertreterin der LINKEN in der Parlamentarischen Versammlung:
Kinder sind in Zeiten der Globalisierung vielen Gefahren ausgesetzt: Dazu gehören Kinderhandel, Leben auf der Straßen, und das Zurückgelassen werden.
All diese Risiken haben oft eine Wurzel: Armut. Für Familien ist in Deutschland das Armutsrisiko in den letzten Jahren rasant gestiegen. Waren es 1970 noch sieben Prozent aller Familien, die von Armut bedroht waren, lag der Anteil 2008 schon bei 13 Prozent. 2,5 Millionen arme Kinder leben in der Bundesrepublik.
Die massenhafte Abschiebung von Roma auch aus Deutschland ist ein anderes Beispiel. 75 Prozent der abgeschobenen Roma-Kinder besuchen nach der Abschiebung nie wieder eine Schule. Sie und ihre Familien werden Armut und sozialer Ausgrenzung überlassen. Dass dies Kinderhandel und Kinderarmut Tür und Tor öffnet, liegt auf der Hand.
Elterliche Fürsorge braucht soziale Sicherheit. Wer sich um das Wohl von Kindern bemüht, muss für angemessene Betreuungsangebote sorgen, aber eben auch für eine humane Familien-, Sozial- und Ausländerpolitik. Nur so schaffen wir ein Europa für Kinder und mit Kindern.