Trier braucht ein Wohnraumkonzept
Ein Kommentar von Katrin Werner
In diesem Jahr sind schon einige Anträge zum Thema „Wohnen in Trier“ erschienen. Immer wieder wird für die Stadt und einzelne Ortsbeiräte ein Wohnraumkonzept gefordert, diskutiert, aber selten umgesetzt. Bürgermeisterin Birk verspricht, dass ein Wohnraumkonzept bald kommen soll. Das hat man vor einem Jahr auch schon mal gehört.
Dass ein Wohnraumkonzept für Trier dringend notwendig ist, zeigt sich aktuell in der Burgunderstraße: In der Siedlung lebten Mitglieder der französischen Armee, nun verlassen sie die Siedlung und gehen zurück nach Frankreich. Die Stadt steht nun vor der Aufgabe, was sie mit den leer stehenden Häusern machen soll.
Dabei ergeben sich zwei Hauptprobleme: 1.) Um die Siedlung bedarfsgerecht zu nutzen, braucht es ein Wohnraumkonzept. 2.) Die Stadt will so wenig wie möglich in die Siedlung investieren.
Zum Wohnraumkonzept: Lange Zeit geisterte das Gerücht durch die Presse, dass die Wohnungen an Studierende als Zwischenlösung vermietet werden soll. Diese Idee hat einen gewissen Charme. Gerade weil die Burgunderstraße. nahe an den Studierendenwohnheimen Petrisberg, Tarforst, Kleeburger Weg und dem neugebauten „The Flag“ sind. Mit Anschluss an die Infrastruktur an den Petrisberg könnte man ein studentisches Viertel in Trier gestalten. Das wäre ein klares Konzept, über das man reden könnte. Vor allem könnte man sich konstruktiv und konkret dazu äußern.
Doch es mangelt in der politischen Diskussion nicht nur an Konzepten, sondern auch an politischen Weitblick. Bevor die Stadt ein Bebauungsplanverfahren für die Burgunderstraße einleitet, sollte erst mal eine Bedarfsermittlung erfolgen. In vielen Gesprächen, die ich mit Bürgerinnen und Bürgern in Trier geführt habe, wurde mir immer wieder mitgeteilt, dass sozialer Wohnungsbau knapp sei und man bei den langen Wartelisten keinen Platz bekäme. Für uns ist ein guter Mix aus studentischen Wohnungen, betreutes Wohnen im Alter und Sozialwohnungen wichtig. Sozialer Wohnungsbau in Trier ist dringend geboten. Die Mietpreise steigen in Trier schon seit Jahren. Auch die finanziell schlechter Gestellten in unserer Stadt müssen einen finanzierbaren Wohnraum erhalten.
Zur Finanzlage der Stadt: Das Grundproblem des Wohnungsbau in Trier ist, dass die Stadt wenig Geld ausgeben will. In der letzten Stadtratssitzung klang dies schon an. Es ist klar, dass man bei schlechter Kassenlage versucht, hohe Ausgaben zu vermeiden. Jedoch ist Wohnen ein Menschenrecht. Wenn in Trier wegen des Pendlereinzuges die Mieten steigen, dann ist die Stadt in der Pflicht, für sozial gerechte Preise auf dem Wohnungsmarkt zu sorgen. Öffentliche Daseinsfürsorge bedeutet hier: Die Stadt muss für alle BürgerInnen Sorge tragen, dass diese guten und bezahlbaren Wohnraum erhalten.
DIE LINKE. im Stadtrat Trier wird sich für ein Wohnraumkonzept einsetzen, dass die Bedürfnisse aller Trierinnen und Trierer berücksichtigt!