Unverfrorene Augenwischerei : Standortverschiebung bedeutet Stellenabbau
Zum Vorhaben der Telekom Deutschland, im Rahmen der Neuausrichtung der Standortstruktur an verschiedenen Standorten im Bundesgebiet massiv Stellen abzubauen, erklärt Katrin Werner, Bundestagsabgeordnete aus dem Wahlkreis Trier:
405 Stellen sollen der Telekom-Konzernleitung zufolge von Rheinland-Pfalz nach Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Hessen verschoben also abgebaut werden – 176 davon in Koblenz, 50 in Neustadt an... und 131 in Trier.
Ab Montag möchte die Konzernleitung in Verhandlungen mit ver.di eintreten. Nach eigenem Bekunden soll diese so genannte Standortkonsolidierung nicht zu einem Rückzug des Unternehmens aus der Fläche führen und die entstehenden Wegzeiten für die Betroffenen abgefedert werden.
In Wahrheit handelt es sich hier um einen massiven Stellenabbau in Rheinland-Pfalz. Die Telekom-Leitung betreibt Augenwischerei, wenn sie auf frühere Standortverschiebungen zugunsten von Rheinland-Pfalz verweist. 290 Mitarbeiter sind Mitarbeiter mussten beim letzten Mal aus Baden-Württemberg und dem Saarland nach Rheinland-Pfalz wechseln.
Diesmal handelt es sich um 405 Beschäftigte – unterm Strich 115 mehr, die Rheinland-Pfalz verlassen müssen. Für alle 405 Mitarbeiter kommt der Wegfall ihrer Stellen hier vor Ort einer Katastrophe gleich. Sie und ihre Familien stehen vor einem herben Einschnitt.
Der Verweis auf abgefederte Arbeitswege ist regelrecht unverfroren. Will die Telekom Flugtickets von Luxemburg nach Frankfurt erstatten?
Die Telekom will nach eigenen Worten ihre „Markposition und Wettbewerbsfähigkeit in einem hart umkämpften und regulierten Markt stärken.“ Leidtragende sind die Beschäftigen und die Kunden. Den Aktionären der Telekom wird eine jährliche Dividende von 3,4 Milliarden Euro in Aussicht gestellt, von den Beschäftigen Sparopfer verlangt.
Die so genannte Standortkonsolidierung ist nichts anderes als ein Sparkurs auf Kosten der Angestellten und der Rückzug eines Dienstleistungsunternehmens aus der Fläche – zum Leidwesen der Kundinnen und Kunden.
DIE LINKE steht an der Seite der betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und kämpft für den Standorterhalt mit Arbeitsplätzen in Rheinland-Pfalz. Hier muss die Bundesregierung als größter Einzelaktionär eingreifen. DIE LINKE wird überdies die Fragen nach Demokratie in der Wirtschaft und eine echte Beteiligung der Beschäftigten an grundsätzlichen Unternehmensentscheidungen immer wieder auf die Tagesordnungen setzen.