Wer trägt Schuld an der Fehlplanung des Berufschulgebäude J ?
Ein Kommentar von Katrin Werner
Es leuchtet jedem ein, dass Sanierungen von Gebäuden viel kosten. Es leuchtet wohl auch jedem ein, dass bei der Kostenberechnung von Sanierungen Nachträge erfolgen können. Was jedoch niemanden mehr einleuchtet, ist, wenn sich diese Nachträge auf 300.000 Euro summieren.
Bei der Sanierung des Gebäude J der BBS (Berufsbildende Schule) in Trier musste dieser Nachtrag vom Stadtrat beschlossen werden. Es ist schwierig, so einer Vorlage zuzustimmen oder sie einfach abzulehnen. Gerade weil die Betroffenen Schüler und Lehrer sind. Abzulehnen bedeutete, dass Unterrichtsräume fehlen würden. Unhinterfragt zuzustimmen, hieße aber, die Fehlplanungen im Stadtrat einfach so durchzuwinken. Die Frage, die ich mir stelle, ist: In welchem Rahmen sind diese Fehlplanungen entstanden?
Mehr als 60.000 Euro von den 300.000 Euro Nachtrag werden in die Statik investiert. Dabei muss man festhalten, dass die vorhandenen Stahlträger schon im Bestand unterdimensioniert waren. Knapp 150.000 Euro müssen nachträglich aufgewendet werden, um die Schadstoffsanierung durchzuführen. All dies wusste man schon zu Beginn der Sanierungen. Die Vorlage zum Stadtratsbeschluss liest sich wie ein Krimi absoluter Fehlplanung.
In diesem Zusammenhang bleibt es mir unverständlich, dass auf der einen Seite fast eine halbe Million Euro Nachtrag für eine fehlgeplante Schulsanierung ausgeben werden. Auf der anderen Seite argumentiert die Stadt Trier, dass sie Grundschulen schließen müsse, weil sie zu wenig Geld für den Schulhaushalt habe. (Ich lehne die Schließung von Grundschulen grundsätzlich ab!)
Abschließend muss die Frage erlaubt sein: Wer ist für diese Fehlplanung verantwortlich?